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8. Juni 2019


Curly Horses für Pferdeallergiker? Weniger allergen sind sie nicht!

9. Mai 2019

DGAKI, Berlin, 09.05.2019: Curly Horses produzieren nicht weniger Allergene als andere Pferderassen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die dem Geheimnis der für Pferdeallergiker als „hypoallergen“ geltenden „Curlies“ auf den Grund gehen wollte.

Für die Studie wurden Haarproben von 32 unterschiedlichen Pferderassen und insgesamt 224 Haarproben untersucht. „Bei den Curly Horses fanden wir im Vergleich zu anderen untersuchten Pferderassen sogar deutlich höhere Allergenkonzentrationen als bei den meisten anderen Pferderassen“ berichtet Prof. Monika Raulf, Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). „Das Ergebnis unserer Studie ist umso erstaunlicher, als viele Reiter mit einer Pferdeallergie auf die wolligen Curlies schwören, weil sie beim Kontakt mit ihnen weniger oder keine Allergiesymptome haben“ erklärt Prof. Raulf, „ein Effekt, der in der Vergangenheit auch in einigen Studien nachgewiesen werden konnte“.

Deutlich weniger Allergene produzierten die Pferderassen Tinker, Isländer und Shetland Ponies. Auch weibliche Tiere und kastrierte Hengste waren deutlich weniger „allergen“ als männliche, unkastrierte Tiere. Überraschend für die Forscher: Unabhängig von allen anderen Kriterien, fand man in Bezug auf die produzierte Allergenmenge der Pferde deutliche individuelle Unterschiede. „Offensichtlich gibt es Pferde mit hoher und mit niedriger Allergenproduktion“ folgert Prof. Raulf, „für pferdeallergische Reiter gilt es daher das Pferd zu finden, dessen Allergenproduktion für ihn tolerabel ist. Damit können wir auch betroffenen Tierärzten und tiermedizinischen Fachangestellten keinen Hinweis auf eine reduzierte Allergenexposition beim Umgang mit „Curly Horses“ geben“.

Kontakt:
Prof. Dr. Monika Raulf, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA) Allergologie/Immunologie, raulf@ipa-dguv.de
Prof. Dr. med. Kleine-Tebbe, Pressesprecher DGAKI, kleine-tebbe@allergie-experten.de
DGAKI-Geschäftsstelle, info@dgaki.de


Das war der 31. Mainzer Allergie-Workshop

31. März 2019

Preisträger bei der DGAKI-Frühjahrstagung 2019

Fünf Gewinner von Abstract-Preisen (von li. nach re.: Dr. Helge Meyer, Oldenburg; Robert Ose, Mainz; Prof. Dr. Matthias Kramer stellvertr. für Federico Storni, Bern; Sylvia Wagenknecht, Hannover; Dr. Susanne Mommert, Hannover mit Dr. Ilka Radüge stellvertr. für den Preisstifter ALK-Abelló Arzneimittel GmbH, Hamburg, 2. von re.) beim 31. Mainzer Allergie-Workshop, flankiert von Tagungsekretär Prof. Dr. Joachim Saloga (li. außen) und DGAKI-Präsident Prof. Dr. Thomas Werfel (re. außen).

Die Tagung am 29. u. 30. März 2019 mit aktuellen allergologisch-immunologischen Forschungsergebnissen war erneut gut besucht. Konnten Sie nicht dabei sein? Hier können Sie noch das Programm herunterladen:

31. Mainzer-Allergie-Workshop-Prog_110119_Print.pdf

Merken Sie sich März 2020 für die 32. DGAKI-Frühjahrstagung vor; besonders junge Forscher, Doktoranden, Ärzte und Wissenschaftler haben hier Gelegenheit frische Ergebnisse vorzustellen und mit „alten Hasen“ zu diskutieren. Die Termine für nächstes Jahr werden rechtzeitig bekanntgegeben! Hier geht es direkt zur FOTOGRAFISCHEN NACHLESE.

Der Webmaster, 01.04.2019


Klassische Allergenbelastung im April: BIRKENPOLLEN

31. März 2019


Birke reif zur Blüte, Mainz, Ende März 2019, Foto: J. Kleine-Tebbe

10 Fakten zur Baumpollen-Allergie

  1. Hasel- u. Erlenpollen waren 2019 bereits im Februar unterwegs (die schönsten Pollenkurven im Netz bei Dr. Wachter: http://www.pollenflug-nord.de) und haben für die Erlenpollen in bestimmten Regionen Rekordhöhen erzielt.
  2. Birkenpollen – meist im April am Start – werden derzeit richtig reif (zunächst im Westen bei milden Temperaturen); die nächsten warmen Tage im April bedeuten daher zunehmende Belastungen in ganz Zentraleuropa!
  3. Ihr wichtigstes Hauptallergen – Majorallergen Bet v 1 (von Betula verrucosa) – ist seit >30 Jahren bekannt (dank dänischer Wissenschaftler: Henrik Ipsen und Henning Løwenstein)
  4. Die Bet v 1-Familie beherbergt viele strukturähnliche Proteine (Allergene):
  5. Darin liegt die Ursache sogenannter Kreuzreaktionen
    a) gegen Hasel-, Erlen-, Hainbuchen-, Buchen- und Eichenpollen mit ähnlichen Major-Allergenen (AUSNAHME: Esche als Mitglied der Ölbaumgewächse wie dem Olivenbaum)
    b) gegen pflanzliche Nahrungsmittel (=häufigste Form der Nahrungsmittelallergie im Jugendlichen- und Erwachsenenalter) mit Bet v 1-homologen Allergenen, z. B. in Äpfeln, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Pfirsichen, Nektarinen, Kiwi, Feigen, Haselnüssen, Walnüssen, Mandeln, Karotten, Sellerie, Soja u.a.
    TIPP für Betroffene: Nur das meiden, was nicht vertragen wird und zwar nur in roher Form!
  6. Bet v 1-homologe Allergene sind a) thermo- und b) säurelabil:
    a) daher machen nur die rohen Nahrungsmittel Probleme;
    b) häufig bleiben die Reaktionen auf die Mundhöhle und den Rachen beschränkt.
  7. Manchmal reagieren Birkenpollen-Allergiker auch heftig: z.B. auf Haselnüsse, Karotten, Sellerie oder Soja (nur auf rohes, ungegartes Protein!)
  8. Inzwischen gilt die Bet v 1-assoziierte Soja-Allergie (bei Birkenpollen-Allergikern) als häufigste Form einer Soja-Allergie in Nord- und Mitteleuropa.
  9. Wirksame Pharmaka bei Pollenflug sind wie bei anderen allergischen Atemwegsbeschwerden Kortison-haltige Asthma- bzw. Nasensprays und nicht-sedierende Antihistaminika als Tabletten, Augentropfen und Nasensprays. VORSICHT: Kortison-Depotspritzen ins Gesäß…diese Injektionen legen für einige Wochen die Kortisonachse lahm, können Dellen im Fettgewebe hinterlassen und werden nicht empfohlen.
  10. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die einzige Behandlung, die nachhaltig die Beschwerden (und den Medikamentenverbrauch) in der Baumpollen-Saison lindern und außerdem Asthma und Neu-Sensibilisierungen vorbeugen kann.

Berlin, 01.04.2019

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