Preiswürdige Allergie- und Asthmaforschung: die DGAKI gratuliert!

27. Mai 2017

Die frisch gekürten Paul-Martini-Preisträger: Prof. Dr. rer. nat. Holger Garn (2. von links), DGAKI-aktiver Immunologie- und Asthmaforscher, und Prof. Dr. med. Harald Renz (3. von links), DGAKI-Präsident von 2010 bis 2016, hier mit Dr. Kristian Löbner von der Paul-Martini-Stiftung (links) und Prof. Dr. med. Stefan Endres (rechts), dem Leiter der Jury – am 1. Mai 2017 im Rahmen der 122. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Mannheim.

Für ihre Arbeit an einem neuen Medikament (inhaliertes DNAzyme zur spezifischen Blockade des Transkriptionsfaktors GATA-3) gegen allergisches Asthma erhielten die beiden Marburger Professoren den diesjährigen Paul-Martini-Preis für klinisch-therapeutische Arzneimittelforschung, dotiert mit 25.000 Euro. Innovative immunologisch-allergologische Forschung in Deutschland zahlt sich offenbar aus und findet internationale Beachtung – die zugehörige Publikation im New Engl J Med 2015 schlug zurecht breite Wellen! Die DGAKI gratuliert den Preisträgern von Herzen – die Arbeitsgruppe in Marburg hat den Preis haushoch verdient. 


Blockieren Sie Ihren Kalender – für die wichtigste Allergietagung 2017!

27. Mai 2017

 


Aktuelle Wetterlage und warme Temperaturen steigern die Gräserpollenbelastung

15. Mai 2017

10 Fakten zur Gräserpollen-Allergie

IMG_1210  (Foto: J. Kleine-Tebbe, Glottertal, 24.05.2015)

  1. Gräser blühen in Mitteleuropa von (Mitte) Mai bis August mit Maximum im Juni/Juli, 2017 je nach Region recht unterschiedlich; eine verlässliche Pollenflug-Vorhersage funktioniert bestenfalls für wenige Tage.
  2. Gräserpollen transportieren eine Reihe von Proteinen (Eiweißstoffe); einige wurden als wichtige Allergene identifiziert (z.B. in Pollen vom Lieschgras Phleum pratense; detaillierte Information unter www.allergome.org)
  3. Bei erhöhter Allergiebereitschaft (Atopie) bildet das Immunsystem gegen diese Fremdproteine Antikörper der Klasse E (Immunglobulin E, kurz IgE), das anschließend fest auf Mastzellen im Gewebe und in der Schleimhaut haftet
  4. Bei erneutem Allergenkontakt provozieren eine Reihe von Botenstoffen (z.B. Histamin) aus Mastzellen und anderen Immunzellen eine allergische Entzündung und Symptome wie Augenjucken, Niesen, Naselaufen, verstopfte Nase, ggfs. Husten, erschwerte Atmung und Auswurf (Asthmasymptome)
  5. Wegen erheblicher Allergenmengen im Frühsommer sind die Gräserpollen neben den Baumpollen die häufigste Quelle für allergische Beschwerden (im Volksmund „Heuschnupfen“) in der warmen Jahreszeit
    …und nicht etwa die „weißen Flusen“, eigentlich Flugsamen von Bäumen, die zur gleichen Zeit bei klarem Wetter unterwegs sind
  6. Bei Beginn der Pollensaison leiden die Betroffenen häufig mehr als durch später auftretende, höhere Allergenbelastungen  – wahrscheinlich das Ergebnis „natürlicher Toleranzentwicklung“, ein Gewöhnungseffekt des Immunsystems
  7. Die verantwortlichen Hauptallergene (z.B. Majorallergene der Gruppe 1 u. Gruppe 5) zeigen bei allen Süßgräsern eine ähnliche Struktur, sodass das IgE-Repertoire des Gräserpollen-Allergikers sie kaum unterscheiden kann: Es besteht daher ausgeprägte Kreuzallergie zwischen sämtlichen Gräserpollen-Allergenen. Fazit: Wer auf ein Gras eine Allergiebereitschaft (=Sensibilisierung) entwickelt, wird auf sämtliche Gräser reagieren
  8. Die Diagnose beruht auf einer typischen (Vor)geschichte (Anamnese) und positiven Ergebnissen in sogenannten Sensibilisierungstests (Prickhauttest oder spezifischer IgE-Test gegen Gräserpollenallergene)
  9. Wirksame Pharmaka bei Pollenflug sind wie bei anderen allergischen Atemwegsbeschwerden Kortison-haltige Asthma- bzw. Nasensprays (mittlerweile nicht mehr rezeptpflichtig) und nicht-sedierende Antihistaminika als Tabletten, Augentropfen und Nasensprays. VORSICHT: Kortison-Depotspritzen ins Gesäß…diese Injektionen legen für einige Wochen die Kortisonachse lahm, können Dellen im Fettgewebe hinterlassen und werden nicht empfohlen.
  10. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die einzige Behandlung, die nachhaltig die Beschwerden (und den Medikamentenverbrauch) in der Gräserpollen-Saison lindern und wahrscheinlich Asthma und Neu-Sensibilisierungen vorbeugen kann. Unterschiedliche Verfahren haben sich zu diesem Zweck bewährt:
    a)    „Klassische“ Immuntherapie mit regelmäßigen Injektionen während des gesamten Jahres für 3 Jahre
    b)    Kurzzeit-Behandlung mit einigen Injektionen vor der Pollensaison (3 Zyklen empfehlenswert, d. h. 3 Jahre)
    c)    Sublinguale Immuntherapie mit täglicher Anwendung von Tabletten- oder Tropfenpräparaten unter der Zunge (=sublingual), entweder ganzjährig oder 4 Monate und während der Pollensaison für 3 Jahre

Berlin, 25.05.2017

Wollen Sie mehr wissen? Brauchen Sie mehr wissenschaftliche Fakten?
Dann klicken Sie hier und laden dieses Kapitel aus dem „Global Atlas of Allergy“ der EAACI herunter:
PDFsymbolGRASS ALLERGENS Chapter 3g in Global Atlas of Allergy EAACI 2014.pdf

Oder benötigen Sie Kontakt zu Experten zu diesem Thema?
Wenden Sie sich einfach an die Pressestelle der DGAKI (Der Webmaster)


NEU im NETZ seit 13.04.2017: Allergieinformationsdienst für Betroffene, Angehörige und Interessierte

13. April 2017

Startschuss für Informationsportal des HelmholtzZentrum München –  unterstützt durch das BMG

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Nach intensiver Vorbereitung ist es soweit: Aktuelle, wissenschaftlich geprüfte Informationen zu Allergien für die interessierte Öffentlichkeit ab sofort im Internet! Das HelmholtzZentrum bei München, wissenschaftlich beraten durch die DGAKI, präsentiert ein neues Portal und wird seine Tauglichkeit zukünftig  untersuchen.

Allergien werden zu Recht als „Volkskrankheit“ bezeichnet – die Betroffenen benötigen daher leicht zugängliche Informationen. Das Internet eignet sich bestens dazu, besitzt aber keine kritischen Filter. Somit besteht echter Bedarf an seriösen Inhalten und Quellen zum Thema Allergien. Diese Lücke füllt der neue Allergieinformationsdienst. Nutzen Sie dieses Angebot und unterstützen Sie die Betreiber durch konstruktives Feedback, Ergänzungswünsche und zusätzliche Details: http://www.allergieinformationsdienst.de/kontakt.html. Informieren Sie auch andere von diesem Allergieportal, damit es die gewünschte  Breitenwirkung erzielt!

Berlin, 13.04.2017    Prof. Dr. Jörg Kleine-Tebbe, Presse- u. Medienkontakt der DGAKI.