Pressemitteilungen

Ein gelungenes Fortbildungs-Fest im Oktober: Der 7. Deutsche Allergie-Kongress in München

19. August 2012

Die Kongress-Präsidenten bitten zum Empfang: Prof. Dr. Carl-Peter Bauer (li. außen) und Prof. Dr. Dr. Johannes Ring (re. außen) mit Prof. Dr. Ludger Klimek (li. Mitte) und Prof. Dr. Hans Merk (re. Mitte) vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (AEDA). Im Bayerischen Landtag (Maximilianeum, München) herrschte gute Stimmung. Die drei deutschen Allergiegesellschaften (DGAKI, AEDA, GPA) unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin haben erneut erfolgreich zusammengearbeitet. Das Programm konnte sich sehen lassen und bot für alle etwas: Das Wichtigste aus Forschung und Wissenschaft sowie praktische Fortbildung für Allergologen in Klinik und Praxis.


Hier gibt es weitere Erinnerungen an den wichtigsten deutschsprachigen Allergiekongress 2012:
Deutscher Allergiekongress Nachlese

 

Ein sabbernder Elch im DGAKI-Logo?

6. August 2012

Journalist: Was hat der sabbernde Elch im Logo der DGAKI zu bedeuten?

Webmaster: Kommen Sie aus Norwegen oder arbeiten Sie beim großen schwedischen Möbelhersteller? Egal, Glückwunsch zur Phantasie! Es handelt sich um eine Mastzelle.

J:         Nasszellen sind mir vertraut, was sind Mastzellen?

W:       Faszinierende Zellen im Körpergewebe; „wie gemästet“ fand Paul Ehrlich vor 135 Jahren. Die Granula in der Zelle enthalten Botenstoffe, z.B. Histamin und andere Überraschungen.

J:         Warum sind die dann außerhalb der Zelle?

W:       Sie können ausgeschleust werden, z.B. bei allergischen Reaktionen.

J:         Ach, die Sache mit dem Geweih…

W:       Genau, das Y ist ein Antikörper der Klasse E – so ähnlich wie bei Mercedes. Immunglobulin E, kurz IgE, sitzt fest auf den Mastzellen, monatelang.

J:         Und der Ball zwischen den Geweihschaufeln?

W:       Entspricht dem Allergen. In Echt größer und bizarrer. Vielleicht ein harmloses Protein aus der Umwelt, das vom IgE gebunden wird.

J:         Hat das Konsequenzen?

W:       Danke für die Steilvorlage: Wird ein Teil der IgE-Antikörper vom Allergen vernetzt, schlägt die Mastzelle Alarm. Allergische Botenstoffe überfluten den Körper und starten die allergische Reaktion – oder gleich eine allergische Entzündung.

J:         Also statt sabberndem Elch die allergischen Entzündung im Logo.

W:       Da ist Patent drauf!

J:         Danke für die Auskunft.

W:       Im Sommerloch kein Problem.

Atemwegsreinigung bei Asthma über Nacht

13. Dezember 2011

Beschwerden durch schweres allergisches Asthma lassen sich im Schlaf behandeln: Eine europäische Studie belegt, dass die „inhalative Allergenvermeidung“ durch einen Luftreiniger am Bett wirksam und ohne Nebenwirkungen hilft. Die Behandlung beruht auf einer neuen schwedischen Technologie zur Allergenvermeidung und wurde klinisch getestet. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im renommierten Medizinfachjournal „Thorax„. An der Multi-Center-Studie nahmen Kinder und Erwachsene aus sechs Ländern teil.
Die getestete Behandlungsmethode vermindert deutlich den Allergengehalt in der Atemluft. So verbessern sich sowohl Beschwerden als auch die Lebensqualität der Patienten. Dank der allergenfreien Phasen kann sich der Patient während der Nacht erholen – mit positivem Effekt am nächsten Tag. Die Therapie mit dem neuartigen Medizinprodukt namens „Protexo“ zeigte nachweislich gute Behandlungserfolge für Patienten, die an einem ganzjährigen allergischen Asthma leiden und zum Beispiel gegen Hausstaubmilben, Katzen, Hunden oder Pilzsporen sensibilisiert sind. Kinderarzt Prof. Eckard Hamelmann, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), schätzt, dass bei mindestens fünf Prozent seiner Patienten mit ganzjährigem allergischen Asthma die Symptome fortbestehen: „Diese Patienten brauchen zusätzliche Behandlungswege, um ihre Symptome zu kontrollieren und häufige Anfälle zu vermeiden. Die neue Methode kann als begleitende Therapie sicher gute Dienste leisten.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)
Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 509-2611

Der schweren Überempfindlichkeit auf der Spur

2. September 2011

Das internationale „Anaphylaxie-Register“ liefert den Allergologen neue Erkenntnisse

Der anaphylaktische Schock ist die gefährlichste, weil potentiell tödliche Form einer allergischen Reaktion. Er kann etwa beim Genuss von Erdnüssen auftreten, bei der Behandlung mit einem Antibiotikum oder anderen Medikamenten oder durch einen Insektenstich: Der Kreislauf bricht plötzlich zusammen, die Atmung wird blockiert, äußerlich ist die Haut fleckig gerötet wie bei  einer Entzündung. Da eine Anaphylaxie nicht meldepflichtig ist, gab es lange Zeit keine exakten Zahlen zur Schwere, Häufigkeit und Umständen der Reaktion.

Seit 2006 gibt es das Anaphylaxie-Register für Deutschland, Österreich und die Schweiz, wo auf freiwilliger Basis solche Vorfälle erfasst werden. 84 allergologische Zentren haben sich zur Mitarbeit bereit erklärt. Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) weist darauf hin, dass alle Ärzte, die einen anaphylaktischen Schock behandelt haben, und auch Patienten selbst dies dem Register mitteilen können (www.anaphylaxie.net). „In diesem Fall ist das wissenschaftliche Interesse unmittelbar verknüpft mit einem Nutzen für die Patienten“, erklärt Professorin Margitta Worm von der Berliner Universitätshautklinik der Charité, die das Register initiiert hat. „Erkenntnisse aus dem Register sind bereits in Ärztefortbildungen eingeflossen und unterstützen die derzeit anlaufende Patientenschulung von Betroffenen durch AGATE e.V.“

So weiß man heute zum Beispiel besser, welche Allergiker ein besonderes Risiko für schwere Reaktionen haben oder etwa, dass Ärzte ermutigt werden müssen, bei der Anaphylaxie das lebensrettende Adrenalin zu spritzen. Das Anaphylaxie-Register zeigt auch, dass Kinder vor allem durch Nahrungsmittelallergien bedroht sind, wobei hier besonders die Erdnüsse als Auslöser häufig vorkommen, Erwachsene eher durch Insektenstiche und Medikamente. Nicht wenige Zwischenfälle passieren durch Arzneimittel-Überempfindlichkeiten. Patienten sollten bei einem Arztwechsel immer daran denken, diese Information weiterzugeben.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI)