Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presse- und Medienkontakt der DGAKI

J.Kleine-Tebbe

Seit 2011 koordiniert Prof. Dr. Jörg Kleine-Tebbe, Mitglied im erweiterten Vorstand der DGAKI und Experte für Informationstransfer, die Presse- und Medienarbeit.  

 

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Wenden Sie sich bei Anfragen zu allergologischen und immunologischen Themen gerne an ihn. Hier bekommen Sie Kontakt zu Experten und Ansprechpartnern für spezielle wissenschaftliche Auskünfte und erfahren mehr zu den professionellen Aktivitäten der DGAKI.

Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe

Allergie- u. Asthma-Zentrum Westend

Gelände der DRK-Kliniken, Berlin
Spandauer Damm 130, Haus 9
D-14050 Berlin-Charlottenburg
Tel 030-30 20 29 10
Fax 030-30 20 29 20

Email: kleine-tebbe@allergie-experten.de

Frau Wiebke Filsinger und Frau Mandy Schramm  helfen Ihnen gerne bei organisatorischen Fragen: Über die Geschäftsstelle beantworten sie sämtliche Fragen zur DGAKI und knüpfen bei Bedarf einen direkten Draht zum DGAKI-Vorstand.


DGAKI-Presse- u. Medien-Material (Allergie-„Headers“)

Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe, Presse- u. Medienkontakt
Deutsche Gesellschaft für Allergologie u. klinische Immunologie (DAGKI)

Allergie-Fakten für Medien- u.a. Fachleute

Ca. 50% der deutschen Bevölkerung haben eine erhöhte Allergiebereitschaft (sog. „Atopie“)

  • Definition: Antikörper der Klasse E (=Immunglobulin E, kurz IgE) gegen atopische Allergenquellen (Pollen, Milben, Tiere, Schimmelpilze, Nahrungsmittel) und dadurch Neigung zu atopischen Erkrankungen: allergische Rhinitis („Heuschnupfen“), allergisches Asthma, Neurodermitis und IgE-bedingte Nahrungsmittelallergien
  • Nur ca. die Hälfte der Atopiker entwickelt allergische Symptome und wird dadurch zum Allergiker; der Rest gilt als „stumm sensibilisiert“

Erhöhte Allergiebereitschaft (Atopie) ist global auf dem Vormarsch

  • Weltweite Atopie-Zunahme in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zunächst überwiegend in westlichen Ländern
  • Aktuelle, überraschende Zahlen aus Singapur: 80% der Studenten (chinesischer Abstammung) sind Atopiker mit IgE gegen Hausstaubmilbenallergenen
  • Vorboten für ähnliche Zahlen in Asien bei zunehmender Urbanisierung und „westlichem“ Lebensstil?

Atopie-/Allergie-Ursachen sind komplex: Genetik ↔ Epigenetik ↔ Umwelt/Lebenstil

  • Typisches Beispiel einer Erkrankungsgruppe durch vielfältige Gen-Umwelt-Interaktionen
  • Nur wenige Wechselbeziehungen (z.B. Rauchen u. Allergieentwicklung) sind bekannt, viele andere werden derzeit erforscht

Häufigste Allergene bei Atopie:

  • Aero-Allergene: (Glyko)Proteine in Baum-, Gräser- und Kräuterpollen > Hausstaubmilben > Tieren > Schimmelpilzsporen
  • Nahrungsmittelallergene: (Glyko)proteine pflanzlichen und tierischen Ursprungs
  • die meisten ursächlichen Allergene sind bekannt; >800 wurden bereits in der offiziellen internationalen Allergen-Datenbank mit Namen versehen.

Moderne Konzepte: Primäre versus sekundäre Nahrungsmittelallergie

  • Primär = Direkte (primäre) Sensibilisierung und anschließende Reaktionen auf stabile Proteine pflanzlichen und tierischen Ursprungs;
  • Beginn vorwiegend im Säuglings-/Kleinkindalter;
  • teilweise schwere allergische Allgemeinreaktionen (Anaphylaxie);
  • Allergenquellen (Beispiele): Kuhmilch, Hühnerei, Weizen, Erdnuss, Baumnüsse, Soja, später auch Fisch, Krusten- und Schalentiere
  • Sekundär = Sensibilisierungen gegen gewisse Pollenproteine und anschließend (sekundäre) Reaktionen auf strukturähnliche Proteine in pflanzlichen Nahrungsmittel (sog. „Kreuzreaktionen“);
  • vorwiegend im Jugend- und Erwachsenenalter;
  • häufig milde Lokalreaktionen in Mundhöhle und Rachen;
    Allergene und (Beispiele):
    a) Birkenpollen-Hauptallergene Bet v 1 u. ähnliche (labile) Proteine der Bet v 1-Familie in rohen Kern- und Steinobstsorten, Nüssen, Karotten und Soja
    b) Gräserpollenprofilin und andere (labile) Profiline in vielen rohen, pflanzlichen Nahrungsmitteln (Melone, Banane, Zucchini, Kern- und Steinobst, Nüsse, Hülsenfrüchte u.v.a.)
    c) unbekanntes Beifuß-Allergen u. strukturähnliche (stabile) Proteine in Sellerie, Gewürzen und Kräutern

Echter Fortschritt in der Diagnostik durch „Molekulare Allergologie“

  • IgE-Diagnostik mit Einzelallergenen (Proteine) bietet größere Testempfindlichkeit und bessere Trennschärfe bei der Allergensuche (als herkömmliche Allergenextrakte)
  • Fortschritt und Anwendung der „Molekularen Allergiediagnostik“ vor allem in Europa, in den USA weniger verbreitet

Risiken einer zunehmenden Asthmaentwicklung bei allergischer Rhinitis

  • Ca. 1/3 der Betroffenen mit allergischem Schnupfen entwickeln ein Asthma.
  • Asthma verursacht schätzungsweise 10x mehr Kosten für das Gesundheitswesen als die allergische Rhinitis

Behandlungskonzepte bei Allergien und zugehörigen Erkrankungen:

  • Prävention (Vorbeugung, primär, sekundär und tertiär)
  • Allergenvermeidung („Karenz“)
  • Medikamente (Anti-Allergika, incl. moderne Biologika, d.h. künstlich hergestellte Antikörper)
  • Allergen-Immuntherapie („Hyposensibilisierung):
    subkutane Spritzen (SCIT) oder
    sublinguale Anwendung (SLIT) von Tabletten oder Tropfen

 


Steile Thesen für Medien- u.a. Fachleute

Allergie-Prävention (Vorbeugung) im Umbruch:

  • Rechtzeitige Gewöhnung durch frühen Allergenkontakt statt strikter Vermeidung?

Nahrungsmittel-Epidemien in angelsächsischen Ländern (z.B. Australien):

  • Schwere Reaktionen bei 5 – 10% der Kinder vor allem durch Erdnüsse

Nahrungsmittelallergie u. a. -Unverträglichkeiten:

  • Zwischen Modetrends und Lebensgefahr

Sind Deutsche Weltmeister in „gefühlter“ Nahrungsmittelunverträglichkeit?

  • >60% der Deutschen glauben, dass sie bestimmte Lebensmittel nicht vertragen;
  • bei anschließender Untersuchung bleiben nur wenige übrig…

Potentielle Opfer der Pseudo-Medizin – in Deutschland hoch im Kurs

  • Meistens Betroffene mit (angenommener) Allergie oder Unterverträglichkeit!
  • Gründe: Ihre Häufigkeit (potentielle Märkte) → Unbefriedigende Versorgung → Hinwendung zu anderen Angeboten → Wildwuchs von Methoden ohne wissenschaftlichen Nachweis → Zunehmende Miss-/Halbinformation durch Internet u. a. andere Quellen
  • Empfehlenswerte Recherchequelle: www.quackwatch.org

Deutsche Krankenversicherungen verabschieden sich aus der Versorgung der Allergiker

  • keine Rezeptpflicht u. Kostenübernahme mehr für bewährte und wirksame Anti-Allergika
  • (z.B. bestimmte Antihistaminika-Tabletten, -Augentropfen, -Nasensprays, Kortison-Nasensprays) bei allergischer Rhinitis („Heuschnupfen“)
  • Gründe: Häufigkeit der allergischen Atemwegserkrankungen (echte „Volkskrankheiten“)? Einschätzung als Bagatellerkrankung?
  • Risiken: breitere IgE-Repertoires, Vorschreiten der Erkrankung, zunehmend Asthmadiagnosen, steigende pimäre und sekundäre Kosten

Medien zwischen Bagatellisierung und „Exotisierung“ allergischer Erkrankungen

  • Berichterstattung zwischen „niedlichen Pollen“ und „Sperma-Allergie“, statt aktueller und sachgerechter Information

Allergologie-Versorgung in Deutschland: „breit, aber flach“

  • keine Verankerung der Allergologie in universitären Lehrplänen für angehende Ärtze
  • häufig dürftiges Wissen zu den „allergischen Volkskrankheiten“ bei Ärzten der Primärversorgung (z.B. Allgemeinmedizin)
  • i.d.R. enge organspezifische Spezialisierung und recht variable allergologische Weiterbildung in den Fachgruppen:
    Dermatologie, HNO, Pädiatrie, Pneumologie

Nähere Angaben, Auskünfte, Expertenkontakte und Quellen über DGAKI-Mediensprecher Prof. Dr. Jörg Kleine-Tebbe (DGAKI)